Programm 2016/17

So 5. Feb. 2017 Bernd Gieseking
So 12. März 2017 Inka Meyer

So 14. Mai 2017 Sabine Wackernagel & Martin Lüker

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Das Alte Rathaus

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Versteckt hinter einer alten Trauerweide und einem Kastanienbaum, steht auf historischem Boden der schmucke Fachwerkbau, der zuletzt der Stadt Bebra als Rathaus diente.

Die Franken bauten das Haus mit allen Nebenbauten als Stützpunkt an der 'Wegscheide und der Furt am Biberbach, um ihre Nachschubwege durch Thüringen und das Hessenland zu sichern. Es ist sicher eine Wasserburg gewesen und eine „Heerberge“. Aus dem fränkischen Kastell, umgeben von Wassergräben und Dornenhecken, ist später der „Bitzenhof“ geworden. Der Name leitet sich von der alten Flurbezeichnung ab und entstand somit aus „bizuma“, was soviel heißt, wie „bei den Zäunen“. Die Lehnshoheit der von Baumbach - 1365 vom hessischen Landgrafen verliehen - ging nach drei Generationen an die von Trott über. Diese verkauften den Hof an einen Winter, von dort ging er an Johann Wilhelm Andreas. Im Jahr 1664/65 machte das Rentamt Rotenburg seine Ansprüche geltend. Seitdem war der Hof in bürgerlichem Besitz. Aus der "Bitzenheerberge" wurde im Lauf der Zeit "Bierwirts Lokal" und daraus dann der bis heute bestehende "Hessische Hof".

Die Liegenschaften erstreckten sich über den gesamten Bebragrund, also von (heute) Grüner Weg bis Mühlenstraße und von Lindenallee bis Kasseler Straße. Infolge Missernte und Misswirtschaft wurde das (zu der Zeit) "Rosenthalische Gut" 1908 versteigert. Das Gelände wurde teilweise parzelliert. Was übrig blieb, wurde mit seinen Gebäuden vom Kreis-Kommunalverband erworben. Der richtete eine Wanderer-Arbeitsstätte ein, wo Landstreicher Obdach fanden, und die Gelegenheit erhielten in ein geregeltes Leben hinein oder zurück zu finden. Sie mussten sich verpflichten, drei Tage lang zu bleiben und für ihre Verpflegung zu arbeiten.

Im Jahr 1934 wurde diese Einrichtung geschlossen, das restliche Land verkauft, und baufällige Gebäude wurden abgerissen. Das Wohnhaus blieb erhalten und wurde vom Staat erworben. Es war zunächst Sitz der NSDAP Ortsgruppe („Braunes Haus“), dann bis 1949 Textilfabrik, und danach zog die Stadtverwaltung dort ein. Somit wurde das renovierte Gutshaus des alten Bitzenhofs der Nachwelt erhalten.

Als die städtischen Gremien 1982 in das heutige, neue Rathaus am Rathausmarkt umzogen, wurde das nunmehr „alte Rathaus“ erneut renoviert/restauriert und als Kulturdenkmal anerkannt. Heute befinden sich dort noch – nachdem die städtische Bücherei Anfang 2016 in die Brüder-Grimm-Grundschule umzog - die Naturkundliche Gesellschaft Mittleres Fuldatal und im 1. Stock Büro und Spielstätte des Vereins kulturzug bebra e. V. Auf der Wiese vor dem Alten Rathaus finden im Sommer Kinderfeste und andere Open Air-Veranstaltungen statt.